Hochbegabung?

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pinoccio

Re: Hochbegabung?

Beitragvon pinoccio » Mo 27. Mai 2013, 13:37

wenn man meint irgendwie zu ticken, gibt es vier möglichkeiten, was eigentlich vorsichgeht:
1) man unterliegt nur blablabla - die anderen sind so anders gar nicht - immerhin kann man feststellen, das andere auch ticken; synopsis: romantisches geschwafel
2) man ist bereits mit einem minderwertigkeitskomplex unterwegs, nimmt zu stark andere wahr und kapiert nicht, dass das andersticken aus der verdrehung der eigenen sichtweise resultier; sysopsis: tja, krank (falls deutsch)
3) man ist sehr von sich eingenommen und macht seine welt; andere erscheinen einem anders-tickend - so wie sand im getriebe (und bitte, wenn ihr hierdrauf antwortet, ich will nichts 'kreatives' zu der metapher von euch wissen müssen); synopsis: da muss man sich nicht wundern, dass man sich über andere aufregt, die ma als anders emfindet, wenn man höhstens sie als fremdartig 'klassifizieren' kann
4) man ist mit allem gut und kommt hierher in gespräch zur reflektion gemeinsamer welt; sysopsis: ah

JAPL

Re: Hochbegabung?

Beitragvon JAPL » Mi 10. Jul 2013, 19:17

Jade hat geschrieben:7of9, ja die Grenze ist so willkürlich und egal ob ich nun höher liege oder nicht, was macht das schon aus?
Diese Zahl hat zumindest in meinem Leben gar nichts verändert.
Aber vielleicht geht es anderen ja anders.

Du sagst es, es macht absolut nichts aus. Nett den Wert zu kennen, ich habe meinen letztes Jahr mit 40 erfahren, bin seit da an bei Mensa, finde es toll Menschen kennen zulernen die auf der selben Ebene kommunizieren, aber ansonsten unterscheidet das niemanden vom Rest der Bevölkerung. Es ist nur ein Persönlichkeitsmerkmal. Manchmal kann das auch Schwierigkeiten verursachen....

7of9
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Re: Hochbegabung?

Beitragvon 7of9 » Do 25. Jul 2013, 13:47

Hallo Japl,

viel interessanter als der Gesamtwert war für mich die Aufschlüsselung der Begabungsbereiche.

Das hat mir sehr vieles erklärt.

7of9
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Gast

Re: Hochbegabung?

Beitragvon Gast » Mo 5. Aug 2013, 15:50

7of9 hat geschrieben:Hallo Japl,

viel interessanter als der Gesamtwert war für mich die Aufschlüsselung der Begabungsbereiche.

Das hat mir sehr vieles erklärt.

7of9

Hallo 7of9,

die haben mir nicht viel Aufschluss gegeben, lagen alle in etwa gleich hoch, eine leichte "Spitze" im räumlichen Vorstellungsvermögen, ein leichter Knick runter bei der verbalen Begabung, aber allesamt auf etwa dem selben Level. Sagt mir nichts.....

JAPL

Reliefpfeiler

Re: Hochbegabung?

Beitragvon Reliefpfeiler » Fr 20. Sep 2013, 20:06

Guten Abend zusammen,

ich bin mir nicht recht sicher, ob ich hier überhaupt richtig bin, aber von dem, was ich bisher hier so gelesen haben, geht es mir doch, wie den meisten hier.

Vorweg, ich wurde nie auf eine höhere Intelligenz oder gar Hochbegabung getestet, weshalb es mir doch etwas schwer fällt hier zu schreiben.

Mich beschäftigt das Thema Hochbegabung nun schon seit vielen Jahren.
Da auch ich meine Freunde an einer Hand abzählen kann und ich mich in vielen Posts hier im Forum wiederfinde, wage ich diesen Schritt nun doch, hier etwas zu schreiben.

Von dem, was ich von meiner Mutter weiß, konnte ich schon sehr früh sprechen, noch bevor ich das Laufen erlernte.
Mit zwei Jahren hat mein Opa mir das Schachspielen beigebracht, dennoch war ich nie ein wirklich guter Schüler.

Wenn das Schulfach stimmte und ich den Lehrer sympathisch fand, war ich manchmal sogar Klassenbester, was mit mindestens so vielen Fünfen in anderen Fächern (oder dem selben Fach, aber einem anderen Lehrer) wieder ausgeglichen wurde. Alles in Allem habe ich die Schule gehasst, dennoch habe ich die allg. Hochschulreife erlangt.
Meine Mutter sagt,ich hätte immer mehr Glück als Verstand gehabt, weil ich immer "so gerade eben noch durchgerutscht" bin.

Mir ist schon sehr früh aufgefallen, dass ich ein sehr gutes Gedächtnis habe, dies äußerte sich darin, dass ich bis heute (zumindest in meinem Bekanten-, Freundes- und Familienkreis) in Memory ungeschlagen bin, zumal niemand mehr mit mir spielen will...

Andere Anzeichen sind z.B. das Erlernen von 20 koreanischen Schriftzeichen in unter 10 min., was sogar einem langjährigen Koreanistikstudenten in dieser Zeit schwer fällt. (der hier beschriebene Fall war vor 3 Jahren und ich kann die Zeichen immer noch)

Oder das auswendiglernen von vierzig Nachkommastellen von PI, aus reiner Langeweile.

Ich musiziere gerne und habe mir das Gitarre- und Bassspielen selbst beigebracht.

Ich fühle mich auch anders, als viele Menschen, die ich sehe oder kennenlerne.
Fast schon so, als würde ich nicht zu ihnen gehören; was auch manchmal dazu führt, dass ich mich über deren dummes Verhalten aufrege.

Nun werdet ihr euch vielleicht fragen, was diese unendliche Fülle an Selbstdarstellung soll ?

(Dabei fällt mir ein, dass ich schon einmal in der 8.Klasse einen Intelligenztest (Stufentest) machen sollte.
- Diesen aber niemals zurückbekommen habe...)

Meine Frage, die mit der seelischen Entblößung hier einher geht, ist eine im Endeffekt einfache Frage, die ich schon seit Jahren durchkaue.

Ist es ratsam sich testen zu lassen?

Bisher hat diese Frage mehr Ängste aufkommen lassen, als sie vielleicht beseitigen kann.

Ich wüsste schon gerne warum ich so bin, wie ich bin.

Aber was ist, wenn ich am Testtag einen schlechten Tag habe oder gar im Test in Stress gerate und dieser wirklich negativ ausfällt?

Ich könnte noch mehr schreiben, aber ich denke, dass dies hier reicht.

Für eure/n Rat/Antworten wäre ich wirklich sehr dankbar!

Ich stöber noch ein wenig hier im Forum rum und werde mich vielleicht zu gegebener Zeit auch hier anmelden.

Im Voraus vielen Dank.

7of9
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Re: Hochbegabung?

Beitragvon 7of9 » Di 24. Sep 2013, 20:44

Hallo Japl,

wenn Du überall gleich ungefähr hoch bist, dann gibt es aber Dir aber eine Vorstellung davon,
wie weit Du weg bist von Normalbegabten.

Das kann schon helfen, wenn man Probleme hat. Solche Probleme
gabs in meinem Leben immer wieder und dann oft heftig.

Aus heutiger Sicht, unter Miteinbeziehung des Ergebnisses
in den einzelnen Bereichen wurde mir klarer,
warum ich in den verschiedenen Situationen angeeckt bin, aber auch
positiv gesehen, warum mir manche Dinge so scheinbar mit links von der Hand gingen.

Ich versuche mich jetzt darauf einzustellen, heißt aber nicht anzupassen!

Einfach mehr Gelassenheit entwickeln... möchte ich lernen, bin aber noch
ein gehöriges Stück davon entfernt und stoße leider trotzdem immer
wieder Leute, ohne es zu wollen, mit meiner Art immer wieder vor den Kopf.

Hast Du denn Probleme in der Vergangenheit oder im Umfeld gehabt
lief bzw. läuft alles bei Dir glatt?

LG 7of9
WIDERSTAND IST ZWECKLOS

Neugierig

Re: Hochbegabung?

Beitragvon Neugierig » Mi 22. Jan 2014, 23:21

Hallo zusammen. Ich bin hier neu, und bezeichne mich nicht als hochbegabt, und hoffe das dies entschuldigt wird. Mich interessiert insbesondere solche Menschen die eine Hochbegabung haben, und können eventuell darüber Berichten, in wie weit es Probleme geben im alltäglichen Leben, Arbeitsstelle, Freunde usw. Wohl möglich werde ich ein Problem haben mit dem Verständnis wenn auf dieser Frage mit einem IQ von 140 geantwortet wird, und ich deswegen bitte diesen einzuschränken auf normalen Verständnis.

metti-jutta1

Re: Hochbegabung?

Beitragvon metti-jutta1 » Do 13. Feb 2014, 10:41

Ich und mein Umfeld haben es lange nicht gewusst und ich bin erst per Zufall als 25jährige darauf gestossen.
Wenn man mein Leben betrachtet, war es nicht dramatisch geprägt, aber in mir drinnen sah es anders aus. Ich war ein sehr zufriedenes Kind, was in der Natur aufgewachsen ist und tun und lassen durfte, was es wollte- ausgenutzt habe ich es aber nie. Als ich in die Schule kam, worauf ich mich schon sehr freute kam dann die Ernüchterung- ich wollte so gern lernen, aber ich war schon viel weiter und das was ich in der Schule lernte, konnte ich sehr schnell begreifen und umsetzen. Auch liebte ich sehr strenge Lehrer, die möglichst viel Frontalunterricht abhielten und Stoff vermittelten, das machte mich lebendig- aber meine ganze Klasse war anders- dort ging war wichtiger in welcher Clique und das bestimmte Dinge Anerkennung vermittelten. So wurde ich auf eine Art Aussenseiter, aber immer aufgrund meiner sehr guten Leistungen auch sehr respektiert- allerdings hört ich natürlich viel das Wort "Streber", obwohl wahrscheinlich die Faulste Person in der Klasse war. Ein Streber will immer gute Noten und gibt ja gern auch damit an, aber das war mir egal. So prägte ich für mich in der Grundschule den Satz "Leistung macht einsam" und daraus entstand eine ungute emotionale Entwicklung: ich kapselte mich ab, wollte niemanden wirklich zeigen, wie ich bin, denn wenn ich es mal zeigte wurde ich ausgebremst oder als zu jung für solche Themen zurück degradiert und konnte angsteinflössend auf mein Gegenüber wirken- so auch meine Eltern. Ich konnte schon mit 5 Jahren meinen Vater "an die Wand argumentieren" und der wusste sich nicht anders zu helfen, als zu sagen "das geht Dich gar nichts an- Du bist noch ein Kind" (er hat aber später, als ich erwachsen war, eingeräumt, dass ich damals recht hatte). So hatte ich zwar eine rege Gefühlswelt, lebte diese aber nicht und lernte somit auch wenig emotionale Interaktionen. Ich lernte daran, dass ich die Menschen in meiner Umgebung ausgiebig studierte- lebte aber so nicht.
Was in der Schule noch auftrat und mich sehr verwirrte, dass ich einfachste Sachverhalte nicht verstehen konnte- die ganze Klasse verstand, aber ich hatte es immer noch nicht "geblickt"- das führte dazu, dass ich teilweise dachte besonders "blöd" zu sein. Ansonsten war ich sehr begabt und viel dadurch nicht auf. Ich war schon früh sehr selbstständig und traf "verantwortungsvolle" Entscheidungen, dem meine Eltern nichts beizupflichten hatten- da sie mir nicht gewachsen waren und meine Entscheidungen auch noch "Sinn machten".
Die Schulzeit war eher "diffus", aber auffällig wurde es dann im Berufsleben. Ich konnte mit knapp 20Jahren eine Stelle annehmen, die weit von zuhause entfernt war und die man "nie" ohne Berufserfahrung bekommt. Für mich war das kein Problem, denn ich liebte Herausforderungen, aber meine Chefin nur wenige Jahre älter als ich, erlebte mich als "Bedrohung", dass ich "an ihrem Stuhl sägen" wolle, aber es war einfach nur mein Wissensdurst. So drückte mich meine Chefin herunter und arbeitete mich nicht fertig ein, ich eignete mir aber alle Fähig- und Fertigkeiten "hinter ihrem Rücken" an und immer wenn sie in den Ferien war arbeitete ich, wie "komplett eingearbeitet". Das löste aber Frust über einen längeren Zeitraum aus. So wechselte ich die Stelle nach 2 Jahren und dachte "jetzt gehts los". Ich wählte ein riesiges Unternehmen, wo ich wahnsinnig viel lernen könnte und was ein breites Spektrum vertrat, doch kaum war ich da- merkte ich da, dass ich als mit Abstand jüngstes Teammitglied mit am besten ausgebildet war und nahm mich noch anderer Teamkollegen an, um diese fertig einzuarbeiten. Da kam das erste Tief: ich konnte doch nicht mit 22Jahren in diesem Bereich schon so weit und teilweise am Ende sein? Es kam nur wenig Neues dazu und so kündigte ich die Stelle nach einem Jahr. So probierte ich Neues und blieb am Ende doch frustriert und entwickelte zunehmend eine depressive Symptomatik. Nur wenn das Riesen- Chaos bei der Arbeit ausbrach und es um lebensbedrohliche Situationen ging kam ich völlig entspannt nach hause- (das fiel auch meinem Ehemann auf, welcher sagte: "Nur wenn Du 3 Menschen reanimiert hast, kommst Du glücklich heim!") aber das war natürlich nicht die Regel.
Ich überblickte sehr schnell meine neuen Arbeitsgebiete und wenn dies ausgeschöpft war langweilte ich mich zu tode und die depressive Verstimmung setzte ein, so dass ich träge wurde und dachte ich müsste mich erholen- dies setzte ich auch häufig um, aber mit noch schlimmeren Erfolgen. Mit der Zeit beobachtete ich, dass wenn plötzlich "etwas losging" ich entspannt und ausgeruht war und wenig Schlaf benötigte- aber das war für mich unlogisch, denn wenn man sich "erschöpft" fühlt, sollte man sich ausruhen. Ich wusste nur nicht, dass man sich Unterforderung die gleichen Symptome wie "Erschöpfung" hervorrufen kann.
Ich stiess in einer Zeitung auf einen Artikel über hochbegabte Kinder und irgendetwas machte bei mir "click". Von da an ging es aufwärts. Ich habe nicht immer "den richtigen Job" gefunden oder er hat mich nur kurz herausgefordert, aber ich weiss, dass ich z.B. wenig Schlaf benötige und wenn ich depressiv verstimmt bin, ich mich mit Infos vollstopfen und nicht mit ausruhen sollte.
Ich liege bin sehr selten richtig müde und liege häufig hellwach im Bett und mir ist langweilig, wo mein Ehemann schon völlig "tot" ist, dann ermutigt er mich noch mal aufzustehen und was zu lesen- das hilft.
Ich hasse "Smalltalk"- ich liebe tiefe Gespräch, da entspanne ich mich, aber bei den meisten Menschen ist die Kapazität nach 30Min. erschöpft, wo ich erst "richtig warm" werde, so überfordere ich häufig Menschen und merke, wie mein Gegenüber plötzlich das Sprechtempo senkt, mir keine Fragen mehr stellt (da ich ausführlich antworte, das aber häufig nicht gewünscht ist) oder einfach gar nichts mehr sagt- das verunsichert mich häufig in hohem Masse, da ich die Interaktion mit Menschen liebe und nicht darauf verzichten will. Das hat dazu geführt, dass ich Besuche bei Menschen, die viel Smalltalk betreiben vermeide oder auf kürzere Zeiten beschränke, da mir die Anpassung an ein anderes Tempo alle Kraft kostet und mich wahnsinnig erschöpft.
Mich schmerzt, dass ich immer wieder auf menschliche Kontakte teilweise bewusst verzichte, wenn ich weiss, was mich erwartet und lieber die Einsamkeit in Kauf nehme- das wünsche ich mir anders, aber es muss mir auch gut gehen.
In Gesprächen gebe ich mich häufig mit einfachen Antworten nicht zufrieden, mein Ehemann ist deshalb häufig von mir genervt, wenn ich ihn etwas Technisches frage (wo er sehr viel weiss) ist die Antwort "nie präzise genug" um alle Nebenfragen, die sich ergeben, noch zu beantworten und er sagt dann häufig, dass ich doch gleich ins Internet/ Wikipedia gucken soll- er habe in diesen Bereich keine Professur. Ich liebe es zu verstehen und das Gehörte in Beziehung mit Bestehenden zu setzten und zu verknüpfen und neue Fragen zu stellen- aber es nervt auch mein Gegenüber. Auch wenn ich mein Gegenüber frage, wie es ihm geht- will ich es wirklich wissen, aber die meisten Menschen sagen "gut"- danach weiss ich auch nicht mehr, wie vorher. So halte ich dann einiges, was mich brennend interessiert zurück, aber es strengt an.
Auch habe ich in den letzten Jahren immer wieder erlebt, dass meine Neugierde den Menschen um mich herum Angst macht, da ich häufig mit Abstand die jüngste in Teams war, aber fachlich dies keinerlei Unterschied machte. Auch wechselte ich komplett meinen Beruf, ohne auch nur eine Weiterbildung zu besuchen, aber es fällt niemanden auf, dass ich diesen Beruf nie studiert habe und meine Arbeit wird vom Team, Klienten und Behörden sehr geschätzt und geachtet.
Ich habe auch ein Entscheidungsproblem- ich will häufig das Maximale herausholen(wenn ich es nicht kann, dann lasse ich es sein). So auch in der Berufswahl- ich habe einen Job gewählt, der mir mehr Türen öffnete, als dass ich mich damit festlegte.
Den Schlaf erwähnte ich schon, wenn es mir gut geht und ich genug herausgefordert, benötige ich automatisch weniger Schlaf, d.h. 4Std. Das habe ich auch schon über eine längere Zeit erlebt- ohne, dass ich irgendwelche Erschöpfungssymptome gezeigt hätte.
Ich habe ein hohes Sprechtempo (was sicher nicht auf alle HB`s zutrifft) und will immer so viel, wie mgl. Infos in meine Worte packen.
Was mich traurig macht, dass ich häufig Menschen überfordere (ebenso meinen Mann) und diese Menschen sich dann persönlich angegriffen fühlen und zurückziehen oder mich angreifen- aber das ist meine HB- die befriedigt werden will und ich hab mir das auch nicht ausgesucht und würde gern mehr einfach als "anders" aber gleichwertig anerkannt werden.

Wie Du siehst bestätigt schon die Länge meiner Antwort, was ich oben erwähnte. Ich denke, es gibt sicher noch mehr Punkte, wo man eine Unterscheidung merkt, aber ich versuche mich anzupassen, aber nur so viel, dass ich nicht leide- ist aber nicht sehr einfach.
Falls es Dich noch interessiert, je nachdem wo meine IQ- Werte höher oder weniger hoch ausgefallen sind- habe ich natürlich mehr oder weniger "Aneckpunkte". Meine IQ- Werte liegen in den einzelnen Bereichen zwischen 130 und 170.
Ich habe seit dem Test mehr Frieden mit mir und fühle mich nicht mehr "falsch", sondern "anders". Das macht für mich einen wesentlichen Unterschied. Fast niemand weiss, dass ich HB bin ausser meiner nächsten Familie. Ich sage es auch nicht, weil es noch einschüchternder wirken könnte- was ich natürlich tunlichst vermeiden will.

Liebe Grüsse

Sommersprosse75
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Re: Hochbegabung?

Beitragvon Sommersprosse75 » Sa 15. Feb 2014, 14:42

Guten Tag metti-jutta!

Du sprichst mir förmlich aus dem Herzen. So viele deiner Erlebnisse gleichen meinem Lebensweg. Nach einer gewissen Zeit wird auch mir im Beruf langweilig, so dass ich mir verzweifelt neue Dinge im privaten Bereich suche. Diese würde ich auch gern weiterverfolgen, das würde allerdings soviel Zeit in Anspruch nehmen, dass ich einem " normalen" Job nicht nachgehen könnte. Und dann diese Fülle an Interessen, die so gar nicht zusammenpassen. Leider fehlt auch mir so bisschen der rote Faden, an dem ich mich orientieren könnte.

Habe bis jetzt noch keinen IQ-Test machen lassen. Weiss aber schon, dass ich anders bin. Es fällt mir schwer, Freunde ( besser gesagt Gleichgesinnte ) zu finden. Hier im Forum habe ich dann doch entdeckt, das ich nicht allein da stehe.

Wie lebt es sich denn jetzt mit der Gewissheit, dass das Gefühl anders zu sein, real ist? Mir geht es zwar damit besser, allerdings haben sich damit meine Trostlosigkeit und die depressive Stimmungsschwankungen noch nicht aufgelöst. Liegt wohl daran, dass ich meine sagen wir mal Berufung noch nicht gefunden habe. Wenn du magst, können wir gerne in Verbindung bleiben, zwecks Erfahrungsaustasch. Würd mich freuen!

LG Bernadett!

Burkhard

Re: Hochbegabung?

Beitragvon Burkhard » Sa 22. Feb 2014, 22:50

Hallo alle zusammen,

ich werde im Sommer fünfzig, bin seit 14Jahren verheiratet und habe einen Sohn.
Seit Weihnachten haben wir eine neue Freundin, die selbst hochbegabt ist und sich auch damit beschäftigt.
Da sie meinte, mein Verhalten würde sie an Hochbegabung denken lassen, habe ich letztes Wochenende ein paar Intelligenztests gemacht.
Dabei kam ich regelmäßig über 130 Punkte.
Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, ich habe mich eher für durchschnittlich intelligent gehalten.
Hochbegabung und was ich bisher dazu gelesen habe würde mir für einiges in meinem Leben eine Erklärung geben, auch wenn mein Lebenslauf und mein beruflicher Erfolg das nicht gerade andeutet.

Auch ich habe mich schon als Kind "anders" gefühlt, und auch später ist dieses Gefühl geblieben.
Da ich "auf dem Dorf" aufgewachsen bin, bedeutete "Anders sein" gleichzeitig "Ausgestoßen sein", das wurde durch Mobbing als Jugendlicher eher verstärkt; also habe ich mich immer eher minderwertig oder klein gefühlt.

Auch meiner Frau und mir fällt es sehr schwer, neue Kontakte zu finden, aber ab einem gewissen Alter ist offensichtlich generell das Interesse an neuen Kontakten kaum noch vorhanden, wie mir meine Schwestern sagten.

Beruflich habe ich meine wirkliche Bestimmung noch nicht gefunden, ich bin im Elektrohandwerk, obwohl ich 1992 mein Studium als Elektroingenieur abgeschlossen habe.
Schon als Kind hat mich die Elektrotechnik sehr interessiert, also wollte ich (wohl mangels anderer Vorbilder) Elektriker werden, so dass ich nach dem Abitur erst mal eine Lehre als Elektriker gemacht habe.
Aber damals war es so, dass Ingenieure eher entlassen als eingestellt wurden, so dass ich froh war, wenigstens im Handwerk eine einigermaßen bezahlte Stelle zu bekommen.
Vor fünf Jahren war ich zu einer größeren Firma gewechselt, zuerst als Betriebselektriker, wo ich die Elektroanlage am neuen Firmensitz mal eben ohne was aufzuschreiben geplant und umgesetzt habe, danach war ich damit beschäftigt, Elektroschweißmuffen zu entwerfen.
Aber als die Technologie "stand", war ich die Dinger schon wieder leid.
Danach fing ich an, depressiv zu werden.
Ich war richtig froh, als mich mein alter Betrieb wieder zurückgeholt hat, aber ich sehe jetzt schon, auf die Dauer wird es mir keine Freude machen, weil ich gelernt habe, mich nicht mehr so klein zu fühlen.

Liebe Grüße

Burkhard


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