uni oder autodidaktisch?

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Roxana
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Registriert: Mi 5. Feb 2014, 02:42

uni oder autodidaktisch?

Beitragvon Roxana » Mi 5. Feb 2014, 03:10

Hallo erstmal,
ich schilder jetzt alles nüchtern und direkt:

- Schule war ein einziger Kampf (2 Mal geflogen)
- uni: zuerst Jura, war mir zu labgweilig
- uni: dann Psychologie, war mir zu oberflächlich
- uni: jetzt geschichte und philosphie, ist mir alles zu langsam und zu oberflächlich
- ich komme mit keiner Anforderung die Leute an mich stellen zurecht. ich will und kann nicht auf knopfdruck irgendetwas "lernen" was in meinen augen keinen sinn macht oder mich nicht interessiert
- ich lerne am besten und am schnellsten wenn ich es in absoluter eigenregie tue, daher halte ich schule, sowie uni hauptsächlich für zeitverschwendung (z.B: habe ich mal latein in eigenregie mit Latinum B gelernt, jeden tag eine Lektion (14 Tage), hat wunderbar geklappt und konnte einwandfrei übersetzten und kleinere sachen selber schreiben)
- Logik ist für mich eine art meditation, dann bin ich frei dann kann ich atmen ohne es zu merken (Mathe, Physik/Philo, Latein, Programmierung, Webdesign)
- mit anderen leuten komme ich nicht klar, bin immer enttäuscht, gelangweilt und genervt. keiner vertseht mich, keiner denkt
- ich bin schon immer ein extremes Problemkind bishin zur abstemplung als borderliner
- ich bin zwar hübsch und gefalle vielen leuten auf den ersten blick, habe aber kaum freunde, da ich es mit kaum jemandem aushalte. Alleine langweilt man sich eben weniger

So nun meine Frage:
Da ich der Meinung bin, dass ich mir, wenn ich will, so ziemlich alles beibringen kann, habe ich mir überlegt offiziell wieter zu studieren (von dem geld meiner eltern leben, sie haben genug!) mich aber statt desses autodidaktsch über alles was mit Informatik, Programmierung und Gaphikdesign zu tun hat selber zu unterrichten. Auf was ich mich dann spezialisiere muss ich dann sehen. Ich habe verschiedene Ideen, entweder im Künstlerischen Bereich, d.h. Fotos gestalten etc. (hab da genaue vorstellungen) oder eben Programmieren und Software-/Appdesign und Kreation. Ich könnte mir auch vorstellen mich auf Programmieren zu Konzentrieren und Fotos etc als hobby zu machen, da ich mir vorstellen kann dass ich mich mit den Fotos langweile. Das hört sich alles ziemlich abstrus an, aber ich weiss das wenn ich mich darauf konzentriere ich genial sein kann und ich schaffen kann was ich will. Also das heisst im Klartext: ich will keine uni besuchen, noch eine Ausbildung machen. Ich will mir das selber mit hilfe von Internet, Tutorials und Büchern beibringen (das tue ich gerne)
Also klar, jeder "normale" Mensch sagt jetzt: mach dein studium. Mich interessiert jetzt aber die Meinung von Menschen die sich fühlen wie ich! Also was meint ihr?

Ich hoffe ihr versteht mich und antwortet auch, kenne niemanden mit dem ich darüber reden kann weil keiner vertseht warum und wieso ich es so machen will.

freue mich von euch zu hören!!

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Martina
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Re: uni oder autodidaktisch?

Beitragvon Martina » Mo 3. Mär 2014, 15:36

Hallo Roxana,

sicher gibt es Gründe, nicht den geraden Weg durch eine klassische Ausbildung oder Studium zu gehen.
Was ich allerdings bei deinem Beitrag überhaupt nicht verstehe, ist warum du überhaupt nachfragst.
Für dich scheint doch alles glasklar zu sein. Die gängigen Angebote langweilen dich zu Tode, deine Eltern finanzieren dir sowieso alles, was lässt dich zögern, deinen Weg zu gehen?

Fragende Grüße,
Martina
Was wir Glück nennen, muß nicht unbedingt zu unserem Heil sein. Ein erfülltes Leben besteht im Entdecken und Erfahren der eigenen Tiefe, in die alles fließt, was unser Menschsein ausmacht – auch das, was wir ›Unglück‹ oder ›böse‹ nennen. © Willigis Jäger

Gast

Re: uni oder autodidaktisch?

Beitragvon Gast » Mo 3. Mär 2014, 18:39

Ich würde es stark davon abhängig machen womit ich später mal mein Geld verdienen will bzw. auf welche Art. Ohne Zeugnis von irgendetwas wirst du es schwer haben einen Job zu finden da alles andere leider kaum akzeptiert wird. Ich weiß mittlerweile aus Erfahrung, dass mir einige meiner autodidaktischen Kenntnisse nicht geglaubt werden bzw. im Vorstellungsgespräch belächelt werden weil ich nichts vorweisen kann. Ich liebe aktuell coursera.org um mir laute spannende Dinge beizubringen, ich bin sehr gespannt ob das irgendwann auch mal da draußen "was zählt".

Du beschreibst ja aber schon selbst, dass du dich schlecht in das "normale" einfügst (nicht negativ gemeint!), von daher strebst du möglicherweise eh eher eine Selbstständigkeit als ein Angestelltenverhältnis an. Dann könnte ich mir vorstellen, dass rein autodidaktisch durchaus funktionieren kann. Viel Erfolg!

Sommersprosse75
Beiträge: 59
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Re: uni oder autodidaktisch?

Beitragvon Sommersprosse75 » Mo 3. Mär 2014, 18:54

Hallo Roxana!

Das klingt bei dir fast wie eine "Scannerpersönlichkeit" :D ....
Soll heissen, es gibt im Leben so viele faszinierende Sachen, die man ausprobieren kann, möchte, sollte.....
Ich kann dich sehr gut verstehen. Allerdings muss auch ich mich einem meiner Vorredner anschließen, dass es fast ein Ding der Unmöglichkeit ist, im Angestelltenverhältnis zu arbeiten und dabei glücklich zu werden. In Deutschland ist es auch zum grösstenteil noch so, dass es kaum Möglichkeiten gibt, einfach seine Kenntnisse, Fertigkeiten, Fähigkeiten usw. einfach mal zu präsentieren. Es zählt fast einzig und allein, was auf Papier gedruckt und geschrieben wurde. Es sollte jedoch wirklich langsam davon abgegangen werden, Leute nach Stellenbeschreibungen und dem dazupassenden Lebenslauf einzustellen, als einfach zu schauen, wer kann meine Probleme in der Firma lösen? Wer hat die Augen für Defizite und bringt Ideen, diese zu beseitigen? Andere Lösungen findet und neue Wege findet, der Firma nützlich zu sein...

Schade, dass das in Deutschland noch weit entfernt ist.... Deshalb dann doch eher der Weg in die Selbständigkeit oder eine freie Mitarbeit?????

Schwer zu sagen, was ein Rat für dich wäre. Auch ich fange nochmal an zu studieren, obwohl ich schon seit Jahren was ganz anderes mache. Habe allerdings das gleiche Problem wie du, irgendwann den Punkt zu erreichen, wo es langweilig wird. Nichts neues dazukommt. Und dann versteht das kaum einer. Mein Mann hat Verständnis dafür, tickt wie ich. Meine Familie sagt, das ist eben so, das kannst du nicht ändern....BlaBlaBla

Aber ich will nicht so weiter leben, das frustriert. Also in die Hände gespuckt und einfach mal was neues anpacken.

Ich drück dir die Daumen, dass du deinen Weg findest. Wie wärs, wenn du es im Ausland probierst?

Liebe Grüße von Bernadett!

Matt Kirby
Beiträge: 28
Registriert: Fr 21. Feb 2014, 18:02

Re: uni oder autodidaktisch?

Beitragvon Matt Kirby » Di 4. Mär 2014, 02:42

Ich verstehe Dich sehr gut, da ich auch eine Scannerpersönlichkeit bin. Ich habe aber mittlerweile 2 abgeschlossene Ausbildungen, da ich alles weitere darauf aufbauen wollte. Ohne Abschluss bekommt man leider eben keinen Job. Ich fand es auf jeden Fall sehr hilfreich in einem Job zu sein mit einer Arbeit, die mir Spaß macht und ich habe in der ganzen Zeit auch von meinen Kollegen profitiert. Ich mag den Austausch eben sehr, da man schnell auf Dinge gestossen wird, die man vorher gar nicht gesehen hat. In der ganzen Zeit habe ich mich natürlich immer rechts und links entwickelt, weil mir eben immer nur eine Sache auch zu langweilig war. Und so bin ich zu einer ganzen Reihe weiterer Fähigkeiten gekommen.

Also, ich mag meine Genialität sehr, ohne überheblich wirken zu wollen. Aber ich freue mich jedemal etwas Neues erschaffen zu haben. Ehemalige Kollegen meinten, ich wäre am Besten in der Wissenschaft aufgehoben... Statt dessen arbeite ich gerade an meiner Selbstständigkeit und schreibe eine Webapplikation. Leider arbeite ich hauptsächlich allein und kann gar nicht so schnell programmieren wie ich Ideen entwickle. Und damit ist es noch nicht getan, denn der Vertrieb muss organisiert werden und alle die kaufmänischen Dinge müssen auch gemacht werden. Dazu kommt, dass kaum ein Startup in der Branche Geld von den Banken erhält. Es ist dann auch nicht wirklich mehr so einfach sich auf das programmieren zu konzentrieren, wenn man im Hintergrund noch viele andere Dinge erledigen muss. Motivation bekomme ich aber immer, wenn ich mein Baby zeige :-) Ich bin mittlerweile dazu übergegangen nicht mehr zu behaupten, ich hätte es alleine programmiert. Aus strategischen Gründen.

Ich habe mir sehr viel autodidaktisch beigebracht, da ich damit auch erfolgreich bin und mir immer nur anschaue, was ich gerade brauche. Wie Du habe ich damit überhaupt keine Schwierigkeiten. Die Firmen wo ich gearbeitet habe, haben mich immer auf Schulungen geschickt. Mir wäre es auch immer lieber gewesen mich mit den Unterlagen dazu einzuschliessen und das eben selbst zu lernen. Aber ich habe eben ein Papier gebraucht. Nervt mich auch. Auch ohne Schulung habe ich mich zu Hause hingesetzt und mir verschiedene Dinge beigebracht an denen ich gerade Spass hatte. Vielleicht habe mir auch die Softwareentwicklung ausgesucht, weil es dort nie Grenzen geben wird und es immer etwas Neues gibt. Daher wird das was Du machen willst, vielleicht ähnlich fruchtbar werden.

Ich bedaure aber das eine oder andere Mal, dass ich nicht studiert habe, da ich manchmal auf Probleme stosse wo ich denke, dass ich dafür Grundlagen benötige, die man im Studium eben lernt. Sich die Grundlagen dann anzueignen damit man das Problem lösen kann welches man gerade hat, erfordert dann eben auch mehr Zeit, die man vorher nicht eingeplant hat. Auf der anderen Seite kenne ich viele Leute, die Informatik studiert haben und auch nicht mehr wissen. Einer sagte mal zu mir, was Du im Studium lernen kannst, kannst Du mit den richtigen Büchern auch zuhause lernen. Dafür braucht man nicht auf die Uni. Also bin ich mir auch nicht sicher, was für mich der beste Weg wäre. Am Besten meine Selbstständigkeit funktioniert irgendwie, dann wirds bestimmt nicht langweilig.

Ich beschäftige mich auch erst seit kurzem mit Hochbegabung und habe auch erst vor kurzem überhaupt den Begriff Scannerpersönlichkeit gelesen und erkannt, dass mich das gut beschreibt. Aber einen Tipp habe ich dazu auch mitbekommen. Nämlich seine vielfältigen Interessen zu akzeptieren und beruflich etwas tun womit man möglichst viel über den Tellerrand schauen muss.

Wie Du bin ich selbst auch hochgradig kreativ. Ich frage mich ob diese Scannerpersönlichkeit vielleicht gerade wegen der überbordenden Kreativität kommt. Denn wir können uns sehr viele Dinge vorstellen. Und das im Detail. Ein Künstler kann diese Kreativität auf der Leinwand Ausdruck verleihen (was ich auch kann), aber kompliziertere Dinge brauchen sehr viel länger zur Realisation. Und während man dabei ist dies umzusetzen, hat man schon wieder 1000 weitere Ideen. Das kann ganz schön frustrieren.

Hey, vielleicht sollten wir eine Art Denkfabrik gründen. Leute, die nur Ideen haben und diese skizieren können im Auftrag von Unternehmen, die frische Ideen brauchen. Zur Umsetzung beauftragen wir Freiberufler, die wir je nach Art zusammensetzen können. Dazu noch Projektmanager, Projektleiter und einen Vertrieb. Dürfte sehr spannend sein. Vor allen Dingen für denjenigen der die Schnittstelle zwischen der Idee und der Umsetzung darstellt ;-)

Nathaly
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Re: uni oder autodidaktisch?

Beitragvon Nathaly » Di 4. Mär 2014, 05:47

Hey, vielleicht sollten wir eine Art Denkfabrik gründen. Leute, die nur Ideen haben und diese skizieren können im Auftrag von Unternehmen, die frische Ideen brauchen.



Wie witzig! Solch ein "Vorstellung" hatte ich auch schon. Habe mich damit beschäftigt und auch Ähnliches im Netz gefunden. Gibt so viele, kreative Menschen. Das ist so...bunt! Und "Unique" sein sehr schwer. Weil man sich für etwas entscheiden muss.

Hat mal jemand zu mir gesagt, dass es die Wenigsten schaffen, das alles unter ein Hut zu bringen. Das war meine Motivation nach einer Lösung zu "suchen".( Was bei mir in erster Linie auf den inneren Bereich zutrifft und noch ins Außen getragen werden möchte. :mrgreen: )

So, wie Begabung/Hochbegabung hinderlich sein kann ( in den Aspekten, dass alles ein Papier, Schein und Ausbildung benötigt und sich die Meisten HB so vielseitig/schichtig bewegen), so kann es auch enorm frei und befriedigend werden, wenn man das "Seine" gefunden hat.

Topic: @ Roxana
Ich bin auch der Meinung, dass es bei Dir doch klar erscheint. Du weißt dich einzuschätzen. Autididakt..


LG an alle!
Nathaly

metti-jutta
Beiträge: 20
Registriert: Mi 21. Aug 2013, 13:05

Re: uni oder autodidaktisch?

Beitragvon metti-jutta » Di 4. Mär 2014, 10:30

Hallo zusammen,

ich habe ebenso die Erfahrung gemacht, dass häufig "das Papier" fehlte auch bei Menschen mit Selbstständigkeit, da war es fast noch gravierender.
Ich selber habe "nur" eine Ausbildung gemacht, allerdings hatte man dort so einen grossen Personalmangel, dass ich mich als Schüler mit Fähigkeiten schnell hocharbeiten konnte und der Arbeitgeber für jede selbstständig denkende und praktisch begabte Person dankbar war und es angenommen hat, so konnte ich meine HB ausleben und genoss viele Freiheiten. Auch der Wechsel zwischen Praxis- und Therorieblöcken gefiel mir, sodass ich das Gelernte immer wieder anwenden konnte und das eine mir nie "über" wurde- das war meine beste Zeit im Leben, wo ich die perfekte Passung für mich hatte. Des Weiteren arbeitete ich in einem Berufsfeld, wo man nie genug wissen kann, da das Meiste noch gar nicht erforscht ist- also hab ich nebenher Fachzeitschriften abonniert und viel gelesen, was mir dann sehr zu gute kam. Für die Prüfungen gelernt hab ich nicht- hab trotzdem mit sehr gut bestanden und 3 Jahre durchzustehen waren für mich okay- ich hatte trotzdem nebenher noch viel Zeit mich mit anderen Sachen zu beschäftigen.
Einige Zeit danach konnte ich aber trotzdem einen Berufswechsel (ohne gefordertes Studium) vollziehen. Das habe ich jetzt 2 Jahre gemacht und so langsam ist wieder etwas Neues dran. Ich habe diese "Unstetigkeit" akzeptiert, da dies viel auf Unverständnis stösst. Allerdings ist mir wichtig auch etwas schaffen zu können, was zu einem Ergebnis führt, von daher kann ich es meistens 2Jahre aushalten.

Was für mich heute im Alltag sehr gut funktioniert und mir eine gewisse Grundherausforderung gibt ist, dass ich im Ausland lebe, somit bin ich immer am Üben die Sprache perfekter beherrschen zu wollen und betreibe für mich "Kultur- und Charakterstudien". Hier im Ausland wird mir übrigens immer ein anders-sein- Status zugestanden (man hört es aufgrund der Sprache aber nicht sofort), was ich in Deutschland nie hatte- das gefällt mir sehr und tut mir als HB gut.

@Matt
ich wäre auch dabei bei der Denkfabrik. Genau so etwas hatte ich mir auch schon überlegt. Ich glaube, dass es für Unternehmen eine riesige Bereicherung wäre Ideen von nichtbetriebsblinden Personen aufzunehmen und weiter zu verfolgen, damit könnten Firmen meiner Meinung nach wirkliche Entwicklungsschritte vollziehen, die sie selbst intern kaum produzieren könnten.

LG


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