Gedanken zu: Wie entsteht Wissen im Kopf?

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spunk
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Gedanken zu: Wie entsteht Wissen im Kopf?

Beitragvon spunk » Mi 30. Dez 2015, 23:23

Gedanken zu: Wie entsteht Wissen im Kopf?

Innen ist alles vorhanden. Vergleichbar mit, wenn alle Lichtfarben weiß ergeben. Alle Informationen, die existieren, auch die uns noch unbekannten, bilden das Innere Wissen. Um eine Information außen aus dem Inneren zu bekommen, muss eine Frage gestellt werden. Eine Instanz prüft, ob Brücken bereits vorhanden sind.

Brücken entstehen, wenn man etwas lernt. Von außen nach innen. Indem man etwas lernt, bildet man eine Verbindung von außen nach innen. Je öfter man etwas lernt, umso stärker ist diese Verbindung und umso schneller kommt man an die Information im Inneren.

Stellt man sich eine Frage, prüft nun die Instanz ob Brücken bereits vorhanden sind. Es wird noch nicht geprüft, ob diese Brücken richtig oder falsch sind. Nur, ob welche vorhanden sind. Findet man eine Brücke, kann man von innen eine Antwort nach außen liefern. Ohne eine Prüfung liefert man die erst beste Antwort.

Ist keine Brücke vorhanden, ist die Fähigkeit gefragt, mit der Aufmerksamkeit nach innen zu gehen. Hat man die Fähigkeit dieses zu tun, können mögliche Antworten aus den Inneren erfragt werden. Dieses geschieht, wenn der erste Mensch eine neue Idee entwickelt. Diese Fähigkeit nach innen zu „lauschen“, nenne ich den Prüfer. Je stärker dieser ausgeprägt ist, umso mehr Brücken stellt man infrage, die man sich im Laufe des Lebens erworben hat. Und umso länger dauert dann ein Denkvorgang, bei einer noch so einfachen Frage. Man nimmt hier nämlich nicht mehr die erstbeste Antwort, sondern prüft diese erst mit allen bekannten Möglichkeiten. Hat man aber in anderen Bereichen bereits Ahnungen vom inneren Wissen erarbeitet und schemenhafte Brücken zum inneren Wissen aufgebaut. Ist die Wahrscheinlichkeit umso größer, dass man bestimmte Fragen nicht beantworten kann/ will, da man eine leise Ahnung hat, das eine andere Antwort richtiger sein müsste, als die, die man durch die vorhandenen Brücken findet.

Schwach ausgebildeter Prüfer = Antworten im äußeren Wissen suchen.
Je stärker ausgebildeter Prüfer = Umso tiefer nach innen das Suchen und umso stärker das Infragestellen.

Was haltet Ihr davon?

Daniel
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Re: Gedanken zu: Wie entsteht Wissen im Kopf?

Beitragvon Daniel » Do 7. Jan 2016, 10:05

Zunächst einmal ein paar Verständnisfragen zum Text: Was meinst du mit Wissen? Meinst du Wissenserwerb in Form von Lernstoff, der auf Fakten basiert oder redest du von persuasiver Kommunikation?
spunk hat geschrieben: Innen ist alles vorhanden. Vergleichbar mit, wenn alle Lichtfarben weiß ergeben. Alle Informationen, die existieren, auch die uns noch unbekannten, bilden das Innere Wissen. Um eine Information außen aus dem Inneren zu bekommen, muss eine Frage gestellt werden. Eine Instanz prüft, ob Brücken bereits vorhanden sind. 


Warum bemühst du zu Einstieg das Beispiel der Lichtfarben bzw. worauf willst du hinaus? Ist das für das weitere Verständnis des Textes wichtig und ein Hinweis darauf, dass nach deiner Definition im Umkehrschluss das äußere Wissen dann logischerweise etwas mit der Subtraktiven Farbmischung zu tun hat? Und wäre es nicht viel logischer, wenn im Inneren des Körpers die Körperfarben dominierten statt der Lichtfarben?

spunk hat geschrieben:Brücken entstehen, wenn man etwas lernut. Von außen nach innen. … Ist keine Brücke vorhanden, ist die Fähigkeit gefragt, mit der Aufmerksamkeit nach innen zu gehen. Hat man die Fähigkeit dieses zu tun, können mögliche Antworten aus den Inneren erfragt werden. Dieses geschieht, wenn der erste Mensch eine neue Idee entwickelt. Diese Fähigkeit nach innen zu „lauschen“, nenne ich den Prüfer. Je stärker dieser ausgeprägt ist, umso mehr Brücken stellt man infrage, die man sich im Laufe des Lebens erworben hat.


Soweit, so gut. Brücken sind so etwas wie vermitteltes Wissen, das hängenblieb. Ist dieses Wissen nicht da, muss der Mensch umso stärker seine kognitiven Kompetenzen bemühen, indem er selbst nachdenkt d.h. sich neue oder zusätzliche Information holt. Dazu braucht man aber die Fähigkeit d.h. ein hohes Kognitionsbedürfnis, das angeboren ist. Hochbegabte setzen unter gewissen Rahmenbedingungen diese Kompetenzen frei.

Dein erster (nach den Punkten) und letzter Satz im Zitat widersprechen sich. Erst redest du vom Fall, wenn keine Brücke vorhanden ist und dann spricht du in einem Atemzug vom Infragestellen vieler Brücken, sofern man hohe kognitive Fähigkeiten hat. Was denn nun?

spunk hat geschrieben: Hat man aber in anderen Bereichen bereits Ahnungen vom inneren Wissen erarbeitet und schemenhafte Brücken zum inneren Wissen aufgebaut. Ist die Wahrscheinlichkeit umso größer, dass man bestimmte Fragen nicht beantworten kann/ will, da man eine leise Ahnung hat, das eine andere Antwort richtiger sein müsste, als die, die man durch die vorhandenen Brücken findet. 


Redest du von Top-Down- und Bottom-Up- Prozessen oder von zentralen und peripheren Routen?

spunk hat geschrieben:Schwach ausgebildeter Prüfer = Antworten im äußeren Wissen suchen. Je stärker ausgebildeter Prüfer = Umso tiefer nach innen das Suchen und umso stärker das Infragestellen.


Kommt auf das (angeborene) Kognitionsbedürfnis an. Trotzdem werde ich aus diesem Text nicht schlau(er), da mir hier viel Chaos entgegenschlägt, das für mich keine neuen Infos beinhaltet. Ist wahrscheinlich auch wieder einer der üblichen Tests, wobei es gar nicht um die Inhalte geht.
Pi, pa, po.

spunk
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Re: Gedanken zu: Wie entsteht Wissen im Kopf?

Beitragvon spunk » Di 12. Jan 2016, 21:06

Daniel, danke für Deine konstruktive Kritik / Fragen. Da muss ich mich mit dem Thema noch mehr beschäftigen um diese zu beantworten, zu überarbeiten und zu vervolständigen. Wird noch etwas dauern.

User5481
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Re: Gedanken zu: Wie entsteht Wissen im Kopf?

Beitragvon User5481 » Mo 20. Mär 2017, 02:47

Ich meine deine Kernaussage als visueller Denker zu verstehen. Falls du es noch nicht gelesen hast, kann ich dir "Das schnelle und das langsame Denken" empfehlen, in dem es im Wesentlichen um zwei Denkarten geht: das schnelle, assoziative Denken und das langsame, analytische "Nachdenken". Der Einfachheit halber werden diese als System 1 und 2 bezeichnet.

Der Mensch tendiert im Allgemeinen dazu, System 2 sparsam zu nutzen und im Alltag ist dies auch nötig, denn man denkt vorteilhafterweise nicht jeden Tag darüber nach wie man sich die Schuhe bindet oder die Zähne putzt. Der hier beschriebene "Prüfer" ist demnach dann der Sinn, sein Wissen infrage zu stellen und System 2 anzuschmeißen.

Ich versuche beides zu verbinden, indem ich Gedanken durch Assoziationen sammle und diese danach analytisch überprüfe. Leider ist Nachdenken nicht so anstrengend für hochbegabte wie für andere Menschen und daher passiert es häufig, dass man über Dinge nachdenkt, die eigentlich schnell gehen sollten, doch man sich immer die Frage stellen kann wie sich ein Objekt im freien Fall dreht oder welche Schäden nach dem Aufprall aus unterschiedlichen Höhen zu erwarten sind (fangen wir am besten nicht mit den Bodenbelägen an).

Elliot
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Re: Gedanken zu: Wie entsteht Wissen im Kopf?

Beitragvon Elliot » Do 23. Mär 2017, 00:58

Hallo,

du schreibst hier über Denken und Wissen u.a. das:

„Der Mensch tendiert im Allgemeinen dazu, System 2 sparsam zu nutzen und im Alltag ist dies auch nötig, denn man denkt vorteilhafterweise nicht jeden Tag darüber nach wie man sich die Schuhe bindet oder die Zähne putzt. Der hier beschriebene "Prüfer" ist demnach dann der Sinn, sein Wissen infrage zu stellen und System 2 anzuschmeißen.“

Was du als System 1 beschreibst, wie Schuhebinden und Co., hat nichts mit Wissen zu tun, sondern lediglich mit normalem Fertigkeitserwerb (durch Übung). Der Einfachheit halber kopiere ich hier leicht verändert mal hin, was ich bereits an anderer Stelle schrieb.
Fertigkeiten sind laut Dorsch, 1982, „durch ‚Formung‘ (Übung, etc.) automatisierte, d.h. ohne stete Steuerung und Kontrolle durch das Bewusstsein ablaufende Tätigkeitskomponente.“ Beim Erwerb von Fertigkeiten spielen prozedurales Lernen insbesondere bzgl. motorischer/kognitiver Verhaltensweisen eine Rolle, sowie Lernen mit/ohne bewusste Intention und mit/ohne bewusster Gewahrwerdung des Lernprozesses. Man nimmt an, dass deklaratives Wissen zunehmend in prozedurales übergeht. Dabei wird in drei Phasen unterteilt. In der kognitiven Phase wird Wissen in deklarativer Form angeeignet und zur Selbstinstruktion genutzt, wie z. beim Ausführen der Fertigkeit Laut/Leise-Reden). Dabei entsteht noch kein prozedurales Wissen, denn jeder Teilschritt muss im Gedächtnis deklarativ verfügbar gehalten und durch Aufmerksamkeit aktiviert werden, wie zB beim Kuppeln, Gangeinlegen, Gasgeben, Schuhebinden usw. Bei der assoziativen Phase werden anfängliche Fehler, zB bessere Gaspedal/Kupplung-Koordination, eliminiert und erste Wissenselemente zu Makroeinheiten zusammengefügt. Sie laufen als „Unterprogramme“ automatisch ab, sobald initiiert wird, wie beim Gangeinlegen, ohne dabei vorher nötige Teilschritte zu bedenken. Zuletzt dann noch die autonome Phase, wobei große Komponenten ohne Aufmerksamkeit ablaufen können, zB eine Unterhaltung mit einem Beifahrer. In dieser Phase der Feinabstimmung werden Produktionsregeln zunehmend verallgemeinert und Untereinheiten genauer spezifiziert, wie zB Position des Rückwärtsganges bei Gangschaltung. Es findet zudem eine Überprüfung der Angemessenheit der verwendeten Prozeduren statt, sowie Automatisierung, Beschleunigung und Erhöhung der Genauigkeit der Prozedurausführung.

Ich kannte mal jemanden, die ein Auto mit Automatik fuhr, da sie angeblich wegen Nachdenken über das Schalten keins ohne fahren konnte. Sie kam ständig durcheinander und an einem gewissen Punkt ängstigte sie sich auch davor. Klar, dass bewusstes Nachdenken über alltägliche Fertigkeiten völlig kontraproduktiv ist und nicht weiterbringt. Für mich klang das alles sehr zwanghaft. Später stellte sich dann heraus, dass die Person noch weitere Zwangshandlungen sich aneignete, wie ständiges Überprüfen des Herdes, der Lichtschalter und der Wasserhähne.

Worauf willst du hinaus? Dass Fertigkeiten (Stufe 1) überdacht (Stufe 2) werden und dies zu Blockaden führen kann? Und was hat das nun primär mit schnellem und langsamen Denken zu tun?

User5481
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Re: Gedanken zu: Wie entsteht Wissen im Kopf?

Beitragvon User5481 » Do 23. Mär 2017, 05:44

Danke Elliot, dass du deinen Text geteilt hast, er ist recht aufschlussreich.

Ich beziehe mich mit System 1 und 2 auf die in dem von mir genannten Buch enthaltenen Vereinfachungen um spunks "Prüfer" zu verstehen
(Ich habe noch einmal nachgesehen und es heißt anders, aber man findet es direkt, ich will ja hier jetzt keine Werbung machen).

Spunk geht also von Wissen aus, dass zur Beantwortung einer Frage dient. Zugegeben, das Beispiel des Schuhebindens ist daher nicht sehr treffend, doch ging es mir darum auszudrücken, dass ich von so manchem Menschen weiß, dass er über soetwas länger (kreativ) nachdenkt (Was ja wohl auch bei deiner Bekannten der Fall ist). Da wäre zum Beispiel anzuführen inwieweit man das Schuhebinden effizienter gestalten könne.

Spunk fragt sich ob Brücken vorhanden sind und liefert die erst beste Antwort (System 1) oder der "Prüfer" wird eingeschaltet um die Antwort gedanklich zu untersuchen und Denkfehler so weit wie möglich auszuschließen (System 2). Da diese Vorgänge eine erhebliche Differenz betreffend der Dauer und auch aufzubringenden Anstrengung aufweisen, nenne ich es schnelles- und langsames Denken. Spunk stellt dies durch äußeres und inneres Wissen dar. Das äußere ist somit leicht erreichbar, das innere muss erschlossen werden. Ich kann spunks Idee unterstreichen, dass nach längerem Nachdenken und Einbeziehen unterschiedlichster Aspekte, eine Antwort auf so manche Frage schwer fällt, da es immer warscheinlicher wird eine passendere und richtigere Antwort durch weiteres Denken zu erhalten.

Deine Kritik an meinem Beispiel ist also berechtigt, ich hoffe jedoch hiermit deutlich gemacht zu haben welchen Bezug ich zu spunks Beitrag herstellen wollte.


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